Unisex-Tarife in Berufsunfähigkeitsversicherung

Unter Unisex-Tarifen ist ein Tarifmodell zu verstehen, das die Beiträge für Versicherte oder Kunden unabhängig ihres Geschlechts bestimmt. Damit zahlen Frauen genauso viel wie Männer, zumindest in der Relation, da es auch immer auf die individuellen Voraussetzungen ankommt, wie hoch die Beitragszahlungen sind, etwa bei der Berufsunfähigkeitspolice.

Die Unisex-Tarife der Berufsunfähigkeitsversicherung sind bis Ende 2012 von den Versicherern anzusetzen, wenn es darum geht, die Prämien ihrer Kunden zu bestimmen. Dies sieht eine EU-Richtlinie vor, die aufgrund von Diskriminierungsbeschwerden gestaltet wurde. Dies bedeutet, dass ab Januar 2012 bei jeder Berufsunfähigkeitsversicherung Männer wie Frauen in Relation die gleichen Beiträge zu leisten haben.

Die Folgen, die sich aus der Richtlinie für die Unisex-Tarife ergeben, beziehen sich vor allem auf eine Beitragserhöhung für Männer und eine Senkung für Frauen. Einerseits liegt dies daran, dass Frauen eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung haben, sodass sie bisher auch mehr Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen mussten. Ebenso spielt die Schwangerschaftsfähigkeit in der Vergangenheit eine wichtige Rolle bei der Beitragsansetzung. Auch dadurch mussten Frauen bisher mehr für den Berufsunfähigkeitsschutz zahlen als ihr männliches Pendant. Doch auch aus anderen gesundheitlichen Gründen ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit bei Frauen höher als bei Männern. Anstatt die Tarife wie bisher auf Basis des Alters, Berufs der Versicherungsdauer und BU-Rentenhöhe sowie dem Geschlecht zu bilden, müssen die Versicherer den letzten Prämieneinflusspunkt nun herausstreichen. Da ihnen dadurch zahlreiche Beiträge verloren gehen, ist allgemeinhin für alle Kunden auf Dauer mit Beitragsanstiegen zu rechnen.

Man sollte als Neukunde einer Berufsunfähigkeitsversicherung heutzutage mehr denn je einen Versicherungsvergleich durchführen, um besonders günstige Konditionen für sich in Anspruch nehmen zu können. Auch sollte man sich die Testsieger der sich jährlich wiederholenden Berufsunfähigkeitsversichung Tests wie beispielsweise von Stiftung Warentest genauer ansehen. Schließlich ist mit Beitragserhöhungen zu rechnen, die den Geldbeutel stark belasten können. Nur durch die Inanspruchnahme günstiger Angebote trotz der Unisex-Tarife können diese Belastungen ausgeglichen bzw. im Rahmen gehalten werden. Damit man bösen Überraschungen bei der Nutzung günstiger Policen umgeht, ist es jedoch auch ratsam, Testergebnisse, die im Internet in großer Anzahl platziert werden, hinzuzuziehen. Dadurch profitiert man zugleich auch von einem hohen Maß an Transparenz.

Frank

One Comment

  1. Die Unisex-Tarife bringen sicher die längst fällige Gleichstellung von Mann und Frau in Versicherungsangelegenheiten. Nur leider profitieren in der Berufsunfähigkeitsversicherung Frauen nur geringfügig, während Männer mit deutlichen Preissteigerungen im Zuge der Unisex Einführung hinnehmen müssen

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