Erneut Streiks bei der Lufthansa

Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo stehen die Zeichen wieder auf Streik. Ufo legte am heutigen Montag Europas größter Fluggesellschaft im andauernden Tarifstreit nochmals einen Forderungskatalog vor. Sollte es bis Donnerstagnachmittag keine Einigung geben, soll der Arbeitskampf bereits an diesem Freitag beginnen und eine Woche lang bis zum 13.November andauern. Dann soll auch immer erst kurzfristig bekanntgeben werden, welche Flüge nicht bestreikt werden. Vom Streik sind ausschließlich Verbindungen der Lufthansa Passage betroffen.

Die Lufthansa will den Ausstand möglichst noch verhindern und dafür auch alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Dazu gehöre, eventuell die Schlichtung anzurufen oder auch einen Mediationsprozess in Gang zu bringen.

Wer erfahren möchte, ob sein Flug vom Streik betroffen ist, kann sich an seinen Reiseveranstalter und seine Fluggesellschaft wenden oder sich auf der Homepage der Lufthansa informieren. Diejenigen, die bei der Lufthansa ihre Handynummer hinterlegt haben, werden, von der Airline auch per SMS informiert.

Der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo dauert nun schon beinahe zwei Jahre. Die ersten Gespräche gab es bereits im Dezember 2013. In der Auseinandersetzung der beiden Parteien geht es um viele verschiedene Themen. Dabei sind die Absicherung sowie die Vergütung wie auch die Alters- und Übergangsversorgung der 19.000 Flugbegleiter wichtige Themen.

Bei dem Thema Vergütung ringen die größte deutsche Airline und Ufo um Einkommensverbesserungen. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO fordert für 2015 und 2016 Einmalzahlungen in Höhe von 2.000 Euro für die Beschäftigten. Darüber hinaus sollen die Löhne um 1,7 Prozent für die Jahre 2016 und 2017 steigen. Die Lufthansa ist jedoch nur bereit, für dieses Jahr eine Einmalzahlung zu leisten. Lohnerhöhungen soll es nach dem Willen der Fluggesellschaft nur für Beschäftigte geben, die vor 2013 ihren Job angetreten haben.

Auch bei der Alters- und Übergangsversorgung gibt es Differenzen. Die Lufthansa möchte den Flugbegleitern keine konkrete Rentenhöhe mehr zusichern. Stattdessen sollen diese nach dem Willen der Airline einen bestimmten Beitrag einzahlen, der dann am Kapitalmarkt angelegt wird. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo stimmt diesem Vorgehen weitgehend zu, hat aber die Befürchtung, dass die Verzinsung des eingezahlten Kapitals niedriger liegen wird als von Lufthansa eingeschätzt. Ein weiterer Streitpunkt ist ein einmaliger Zuschuss, den die Fluggesellschaft in die Betriebsrentenkasse zahlen will. Der Flugbegleiter-Gewerkschaft sind die vorgesehenen 20 Millionen Euro deutlich zu wenig.

Erst Mitte Oktober hatte die Flugbegleiter-Gewerkschaft ein Angebot von Lufthansa als Provokation zurückgewiesen und das Unternehmen zugleich aufgefordert, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern. Kurz vor Ablauf des Ultimatums startete die Lufthansa am vergangenen Freitag dann einen neuen Lösungsversuch. Seitdem stehen beide Parteien wieder in Verhandlungen.

Lufthansa führt derzeit nicht nur mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sondern auch noch mit den anderen Gewerkschaften, VC für die Piloten und Verdi für das Bodenpersonal, Verhandlungen durch. Dabei erweisen sich die von Europas größter Fluggesellschaft zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten das komplizierteste Thema.

Ilka Janssen

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