Neue Panne beim ADAC

Der Automobilclub muss aktuell eine neue Panne eingestehen. Für mehrere Wochen waren die Daten von Millionen Mitgliedern unverschlüsselt im Internet verfügbar und ohne jeglichen großen Aufwand abrufbar. Darüber hinaus wurde das Datenleck nur rein zufällig von einem IT-Experten, der dort online etwas bestellen wollte, entdeckt. Nach dessen Angeben war zur Nutzung dieser Lücke keinerlei Fachwissen erforderlich. Somit seien Vorname, Name, Mitgliedsnummer, Eintrittsdatum und Plus-Mitgliedschaften für jeden mit wenigen Clicks frei ersichtlich gewesen. Es hätte überhaupt keine Verschlüsselung stattgefunden, wie eigentlich üblich.

Am heutigen Montag erklärte ein ADAC-Sprecher dazu, dass man, wenn man auf der Homepage des Autofahrerclubs das Antragsformular für eine ADAC-Kreditkarte aufgerufen hat, seit Anfang Oktober auch einige Sekunden lang Namen, Mitgliedsnummern, Eintrittsdatum und Art der Mitgliedschaft anderer Personen gesehen habe. Der ADAC habe die entsprechende Antragsseite sofort offline genommen und überprüft nun genau vorhandene Sicherheitslücken.
In diesem Zuge wird auch festgestellt, wie viele Mitglieder von dieser Panne betroffen seien, sagte der ADAC-Sprecher weiter. Jeder Betroffene solle in Kürze persönlich vom Automobilclub informiert werden, um einem möglichen Missbrauch vorzubeugen.

Anfang des vergangenen Jahres geriet der ADAC mit der Enthüllung von Manipulationen bei der Leserwahl zum Autopreis Gelber Engel in die Negativschlagzeilen. Dem folgten weitere Enthüllungen wie etwa über die private Nutzung der Luftrettungs-Hubschrauber. Der ADAC hat in Deutschland fast 19 Millionen Mitglieder. Die Missstände kosteten den Automobilclub rund eine halbe Million Mitglieder.

Ilka Janssen

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