Steuer-Razzia in DFB-Zentrale

Am heutigen Dienstagmorgen gegen 9:00 Uhr haben Steuerfahnder in Zivil die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt durchsucht. Die Privatanwesen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger wurden ebenfalls durchsucht. Akten, PCs sowie Festplatten sind im Zuge der Durchsuchungen beschlagnahmt worden.

Hintergrund für die Razzia ist der Vorwurf der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Dabei geht es um eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro an die Fifa vor der WM 2006. Da diese Summe im Zuge einer internen Prüfung nicht in Steuerunterlagen aufgetaucht sei, habe sich ein Verdacht der Steuerhinterziehung ergeben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen sowohl gegen den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach sowie auch dessen Vorgänger Theo Zwanziger. Weiter teilte die Staatsanwaltschaft mit: „Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main Durchsuchungsbeschlüsse für die Geschäftsräume des DFB sowie die Wohnungen der Beschuldigten erlassen.“

50 Beamte der Frankfurter Steuerfahndung sowie der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt am Main waren an den Durchsuchungen beteiligt. Anlass für diese war unter anderem auch die Suche nach belastendem Material, das den Verdacht der Steuerhinterziehung stützt.

Aufgrund von Verjährung ist laut Staatsanwaltschaft von der „Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen worden“. Besonders schwere Steuerhinterziehung verjährt dagegen erst nach zehn Jahren. Niersbach und Zwanziger Gefängnisstrafen, wenn die Ermittler Hinweise auf Steuerhinterziehung entdecken sollten. Vom DFB war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die 6,7 Millionen Euro wurde im Jahr 2005 angeblich als Zuschuss für die damals geplante Auftakt-Gala der WM gezahlt. Der frühere OK-Vize und heutige DFB-Chef Niersbach hatte jedoch zugegeben, dass die Summe vielmehr dafür gedacht war, eine alte Schuld beim früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zu begleichen. Dann wären die 6,7 Millionen Euro allerdings in der Bilanz des Organisationskomitees falsch verbucht worden. Die Summe hätte nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden dürfen, was den Überschuss des OK erhöht und höhere Steuern zur Folge gehabt hätte.

Ilka Janssen

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