Abgas-Skandal bei VW weitet sich aus

Bei dem Abgas-Skandal von VW ging es bislang um Manipulationen bei Schadstoffwerten. Jetzt hat der Volkswagen-Konzern zudem noch erklärt, dass es „nicht erklärbare“ CO2-Werte gäbe. Bei diesen Unregelmäßigkeiten geht es um den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) und somit auch um den Spritverbrauch. Damit sind erstmals auch Benziner und nicht nur Dieselfahrzeuge betroffen. In einer Mitteilung vom gestrigen Dienstagabend hieß es vom Autobauer: „Nach derzeitigem Erkenntnisstand können davon rund 800 000 Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns betroffen sein“.

Im Zuge der aktuell laufenden Überprüfungen aller Prozesse und Abläufe bei Dieselmotoren ist nach Angaben des Volkswagen-Konzerns aufgefallen, dass bei der CO2-Zertifizierung einiger Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2- und damit auch Verbrauchsangaben festgelegt wurden. Davon seien überwiegend Fahrzeuge mit Dieselmotoren der Typen Polo, Golf und Passat sowie A1- und A3-Modelle von Audi, der Octavia von Skoda wie auch der Leon und der Ibiza von Seat mit Dieselmotoren mit 1,4-, 1,6- und 2,0-Liter-Varianten betroffen.

Nach Angaben eines VW-Sprecher habe es zudem auch bei einer geringen Stückzahl von Benzinmotoren mit Zylinderabschaltung Auffälligkeiten gegeben. Die betroffenen Aggregate stammen nach Aussage des Sprechers aus dem Wolfsburger Stammhaus von Volkswagen.

Für betroffene Kunden des Konzern könnte dieses womöglich Folgekosten nach sich ziehen. Denn in Deutschland ist die Höhe der Kfz-Steuer für jüngere Pkw (Erstzulassungsdatum ab 1. Juli 2009) auch vom Ausstoß von Kohlendioxid abhängig. Fahrzeuge mit niedrigerer CO2-Emission sind steuerlich günstiger als Modelle mit einer höheren. So kann es durchaus sein, dass durch die Abgas-Manipulationen Kfz-Steuern für Fahrzeuge aus dem VW-Konzern zu niedrig festgesetzt worden sind.

Der neue VW-Chef Matthias Müller bedauerte diese neue Entwicklung und versprach zugleich eine schonungslose Aufklärung. Nach Absprache mit den zuständigen Behörden will der Volkswagen-Konzern nun schnellstmöglich eine Klärung der weiteren Vorgehensweise sowie eine korrekte Einstufung der CO2-Werte bei den betroffenen Fahrzeugen vornehmen. Zugleich betonte Müller dabei auch, dass die Sicherheit der Fahrzeuge in keinem Fall betroffen sei.

Das Unternehmen hatte erst im September eingestehen müssen, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mit Softwarehilfe die Ergebnisse für Diesel-Motoren manipuliert zu haben. Anleger zeigten sich schockiert und quittierten diese Nachrichten mit einem Fall der VW-Aktie um vier Prozent. Die Aktie des Volkswagen-Onzern gehört sowiesio schon im Xetra-Hauptgeschäft zu den schwächsten Titeln.

Ilka Janssen

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