Fehlerhaftes Update bei Finanzamt-Software „Elster“

Aufgrund eines fehlerhaften Updates wurden mehr als 82.000 Steuerzahler in falsche Klassen eingestuft oder besaßen plötzlich weitere Kinder. Im Juni diesen Jahres sollte eine Neuauflage des bestehenden Elster-Programms (ELStAM 1.13.0.0) nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung installiert werden. Wie sich jedoch später herausstellte, war dieses fehlerhaft und übermittelte deshalb fünf Tage lang falsche Daten an die Finanzämter. Auch weitere Updates im Juli und August hätten den Fehler nicht beheben können.

Diese peinliche Panne in der Finanzverwaltung sorgt für fatale Folgen. Durch diesen Systemfehler waren viele Arbeitnehmer in der falschen Steuerklasse eingestuft worden. Die Anzahl der Kinder sei dabei ebenfalls teilweise verfälscht worden. Dadurch ergeben sich Probleme, weil viele der Arbeitnehmer, die zuvor eine falsche Kinderzahl bekommen hatten, jetzt in der falschen Steuerklasse eingestuft worden sind.

Die betroffenen Finanzämter haben die Arbeitnehmer bereits über Papierbescheinigungen benachrichtigt und zum Teil auch schon Geld zurückerstattet. Andere Betroffene würden erst mit der Steuererklärung 2016 entschädigt.

Von diesem Software-Update-Fehler sind 82.339 Datensätze betroffen. 28.287 dieser Datensätze, darunter allein 6200 in Nordrhein-Westfalen und 4600 in Bayern, seien an Unternehmen in ganz Deutschland geschickt worden.

Ein weiterer guter Grund, um vor Jahresende nochmal seine Unterlagen zu überprüfen. Vielleicht ergibt sich ja auch noch die Möglichkeit, Steuern zu sparen. So können etwa Eheleute und eingetragene Lebenspartner können noch bis Ende November für dieses Jahr ihre Steuerklassen überprüfen lassen. Vielleicht lohnt es sich noch, die Steuerklassen zu wechseln.

Auch ein Steuerfreibetrag kann für das laufende Jahr noch bis zum 30. November beantragt werden. Dieser würde dann bei der Lohnsteuer im Dezember schon berücksichtigt werden.

Bekanntlicherweise lassen sich auch Handwerkerleistungen und Kosten für Medikamente, Zahnersatz und Kuraufenthalte als außergewöhnliche Belastungen absetzen.

Ilka Janssen

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