Prozess gegen Kinderarzt wegen Missbrauch

Vom 23. November an muss sich der 40-Jährige vor dem Landgericht Augsburg verantworten. Dem Kinderarzt wird vorgeworfen, sich ab 2007 in Augsburg, München, Nürnberg und in der Region Hannover an 20 Kindern vergangen zu haben. Es seien zunächst 17 Verhandlungstage angesetzt, teilte das Gericht am heutigen Mittwoch mit.

Dieser Fall sorgte schon bei der Festnahme des mutmaßlichen Täters, zum einen wegen der Ausmaße der Vorwürfe wie auch aufgrund des grundsätzlich bestehenden Vertrauensverhältnisses zwischen Kinderarzt, Kind und Eltern, bundesweit für Aufsehen.

Die Kinder waren fünf bis zehn Jahre alt, einer der Jungen war möglicherweise auch schon etwas älter. Dem Mediziner wird vorgeworfen, die Jungen an entlegene Orte wie Tiefgaragen oder Keller gelockt und einige sogar narkotisiert haben. Damals erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg, der Fall in Garbsen im August 2014 sei „der dramatischste“ gewesen, die anderen hätten sich aber ähnlich zugetragen. Dort hatte der Angeklagte einen fünfjährigen Jungen in sein Auto gelockt, ihn dann in seine Zweitwohnung nach Hannover gebracht, dort betäubt und missbraucht. Anschließend hat der Kinderarzt den Jungen an einer Schule wieder ausgesetzt.

Darüber hinaus wurde bei dem 40-Jährigen auch kinderpornographisches Material gefunden. Seit Oktober 2014 sitzt der
ehemalige Augsburger Kinderarzt nun in Untersuchungshaft. Zuletzt war der Angeklagte an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Ilka Janssen

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