Klage gegen Zalando

Wegen „irreführender Werbung“ ist beim Landgericht Berlin gegen den Online-Modehändler Zalando eine Unterlassungsklage eingereicht worden. Das gab die Wettbewerbszentrale, eine Selbstkontrolleinrichtung der Wirtschaft, am heutigen Donnerstag in Bad Homburg bekannt. Verbraucherschützer werfen Zalando demnach vor, bei verschiedenen Artikeln einen geringeren Warenvorrat als vorhanden angegeben und so Knappheit der Artikel vorgetäuscht zu haben.

So hat der Online-Modehändler im Internet bei angebotenen Kleidungsstücken unter anderem behauptet, es seien nur noch „3 Artikel verfügbar“. Im Warenkorb habe sich die gewünschte Anzahl später dann jedoch dennoch beliebig erhöhen lassen.

Erst im August war Zalando aus dem selben Grund bereits schon einmal von der Wettbewerbszentrale abgemahnt worden. Nach dieser Abmahnung änderte der Online-Modehändler den Hinweis in „Mehr als drei Artikel verfügbar.“ Doch auch dieses reicht den Wettbewerbshütern nicht aus. Sie argumentieren, dass die Kunden durch den vermeintlich begrenzten Warenvorrat nach wie vor von Zalando zu einer Kaufentscheidung gedrängt werden sollen. Und da die Artikel offensichtlich in großer Menge vorhanden waren, seien die Angaben zum verfügbaren Angebot „irreführend und damit unlauter“.

Der Unternehmenssprecher von Zalando, Boris Radke, reagierte überrascht und äußerte, dass die kritisierte Angabe bereits schon Anfang September im Online-Shop korrigiert worden sei. Da aber die außergerichtlichen Einigungen mit Zalando gescheitert seien, habe sich die Wettbewerbszentrale jetzt doch zu einer Klage auf Unterlassung vorm Landgericht Berlin entschlossen.

Ilka Janssen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *