Flüchtlingskrise: Auswirkungen für Städte und Kommunen

Laut einer Umfrage rechnen die deutschen Kommunen mit rund 870.000 Flüchtlingen in diesem Jahr. Nach eigener Einschätzung haben Städte und Gemeinden in diesem Jahr bereits 500.000 Plätze geschaffen. Bis Ende des Jahres rechnen sie somit noch mit weiteren 30.000 Menschen, die eine Bleibe brauchen. Die schwierigste Aufgabe ist die vernünftige Unterbringung der großen Menge von Menschen innerhalb kurzer Zeit. Schon jetzt gibt es kaum noch eine größere Stadt, die keine Flüchtlinge aufgenommen hat.

Fast drei Viertel der Kommunen versuchen, die Flüchtlinge in bestehenden Wohngebäuden unterzubringen. Bis Jahresende werden voraussichtlich rund 150.000 Flüchtlinge in ehemaligen Schulen oder Kasernen untergebracht sein, 106.000 werden in Wohncontainern leben und 100.000 in bislang leer stehenden Wohnungen. Es lässt sich aber dennoch nicht vermeiden, dass die Kommunen in den Wohnungsneubau investieren müssen. So plant jede dritte Kommune den Neubau von Wohnungen, um Flüchtlinge unterzubringen oder aber die Investition in die Sanierung leer stehender Gebäude investieren, um die Menschen ordentlich unterzubringen.

Christoph Niering, der Vorsitzende des Branchenverbandes VID äußerte der „Welt“ gegenüber, Insolvenzverwalter seien aufgerufen worden, in ihren Beständen nach leer stehenden Immobilien zu schauen, die sich den Kommunen als Unterkünfte anbieten lassen, obwohl dieses nicht ganz einfach sein werde. Dem Bundeskanzleramt habe man diese Hilfe inzwischen auch angeboten.

Auch wenn der Bund einen Großteil der Kosten übernimmt, rechnen viele Kommunen mit einer Neu- bzw. höheren Verschuldung. Dennoch planen die meisten der Kommunen keinerlei Steuer- oder Gebührenerhöhungen ein. Neben dem Problem der Unterbringung werden die Kommunen auch zügig in ihre Infrastruktur investieren müssen. So müssen etwa Kitas und Schulen ausgebaut und zugleich neue Lehrer und Erzieher angestellt werden.

Dennoch bewältigen viele Städte und Gemeinden die Herausforderungen, die mit der Flüchtlingskrise verbunden sind, laut einer Umfrage im Auftrag der Unternehmensberatung Ernst & Young erstaunlicherweise sehr gut.

Ilka Janssen

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