Anti-Terror-Razzia im Pariser Vorort Saint Denis

Nach etwa sieben Stunden ist der Anti-Terror-Razzia in Saint Denis jetzt beendet worden. Bei diesem Polizeieinsatz gegen die Drahtzieher der Terroranschläge vom vergangenen Freitag in Paris hat es mindestens zwei Tote gegeben. Sieben Personen wurden festgenommen.

Nach Angaben der Ermittler richtete sich diese Polizeiaktion im nördlichen Pariser Vorort gegen Abdelhamid Abaaoud. Französische Behörden gehen davon aus, dass er für die Anschläge vom vergangenen Freitag in Paris verantwortlich ist.

Der Anti-Terror-Einsatz hatte gegen 4.20 Uhr morgens begonnen. Mehrere Verdächtige hatten sich in einem Wohnhaus verschanzt. Dieses wurde von der Polizei gestürmt. Gleich zum Anfang des Einsatzes zündete eine Frau einen Sprengstoffgürtel und starb. Mindestens sieben Explosionen sollen zu hören gewesen sein, dem ein neunzigminütiger Schusswechsel folgte.

Mindestens fünf Polizisten sind verletzt worden. Nach Aussage des Bürgermeisters von Saint-Denis sind keine Zivilisten während dieses Einsatzes zu Schaden gekommen. Es wurde jedoch ein Polizeihund getötet.

Berichten zufolge soll die Polizei, darunter auch die französische Eliteeinheit Raid, eine Spezialgruppe der Polizei, von der heftigen Gegenwehr in dem Wohnhaus überrascht gewesen sein.

Noch ist nicht klar, ob sich auch Abdelhamid Abaaoud in der Wohnung aufgehalten hat, die Polizisten und Soldaten in Saint-Denis ins Visier genommen hatten. Stunden nach Beginn des Einsatzes hielt sich noch immer ein Verdächtiger, möglicherweise der 27-jährige Belgier, dort auf.

Staatsanwalt Francois Molins erklärte, es sei noch nicht geklärt, wer die beiden Toten und die sieben Festgenommenen seien und wo sich der Hauptverdächtige befinde. Weiter äußerte Molins sich dahingehend, dass Ermittlungen nahegelegt hätten, dass Abdelhamid Abaaoud sich in einer „konspirativen Wohnung“ in Saint-Denis aufhalte. Man habe Telefone abgehört und Überwachungsmaßnahmen ausgewertet.

Ilka Janssen

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