Klitschko verliert gegen Tyson Fury

Völlig überraschend hat Wladimir Klitschko gegen seinen Herausforderer Tyson Fury verloren. Vor rund 45.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Esprit-Arena kassierte der als Favorit gehandelte Ukrainer nach zwölf Runden eine einstimmige Punktniederlage mit 112:115, 112:115 und 111:116. Der Box-Champion verlor verdient, da er völlig ratlos wirkte und auch heftig blutete.

Nach über elf Jahren hat der Wladimir Klitschko damit erstmals wieder einen Kampf verloren. Und zum ersten Mal seit neuneinhalb Jahren besitzt der Ukrainer jetzt keinen WM-Gürtel mehr.

Fury war vor dem Kampf von den Experten als chancenlos eingeschätzt worden. Der Herausforderer beherrschte jedoch den Kampf provozierend und lässig zugleich, zeigte Mut und verhöhnte Klitschko zeitweise mit den Händen auf dem Rücken. Fury war bei diesem Kampf der Aktivere und kam immerhin auf 86 Treffer bei 371 Schlagversuchen.

Klitschko setzte kaum Treffer fand weder Mittel gegen Fury, noch zu seinem Stil. Gerade einmal mit 52 seiner 231 Schläge traf er seinen Gegner. Der entthronte IBF-, WBA-, WBO- und IBO-Champion verlor seine 19. Titelverteidigung und erklärte nach dem Kampf: „Ich habe nie die richtige Distanz gefunden. Tyson was schnell mit seinen Händen und den Bewegungen seines Körpers.“

Nach dem Kampf sagte Herausforderer Fury:“Da ist ein Traum wahr geworden. Sechs Monate habe ich mich darauf vorbereitet. Ich kann es kaum glauben“ und sang noch im Ring ein Ständchen für seine Frau.

Klitschkos Zukunft ist nun ungewiss. Er wird sich überlegen müssen, ob er überhaupt seine Karriere fortsetzt. Allerdings ist er per RTL-Vertrag noch für vier Kämpfe gebunden. So wie es bei WM-Kämpfen üblich ist, hatte sich auch der Titelverteidiger Wladimir Klitschko für den Fall einer Niederlage das Recht auf ein erneutes Duell hatte reinschreiben lassen.

Theoretisch könnte der Ukrainer auch zwei Aufbaukämpfe bestreiten, im dritten Fight wieder Weltmeister werden und dann als krönenden Abschluss gegen den WBC-Titelträger kämpfen. Somit wäre Klitschko dann endlich der „undisputed champion“ aller Verbände.

Ilka Janssen

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