Erneuter Zwischenfall mit der russischen Luftwaffe

Erst am vergangenen Dienstag hatte die Türkei einen russischen Kampfbomber abgeschossen, der nach Darstellung Ankaras aus dem syrischen in den türkischen Luftraum geflogen und trotz mehrfacher Warnungen nicht umgekehrt war. Nach russischer Darstellung war das Flugzeug hingegen auf syrischer Seite geblieben. Seitdem hat dieser Vorfall zu großen Spannungen zwischen Russland und der Türkei geführt. Als Reaktion verhängte Moskau scharfe Wirtschaftssanktionen.

Nun ist nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers vor kurzem ein russisches Militärflugzeug, welches offenbar Angriffe auf Ziele in Syrien flog, von dort kommend kurz in den von Israel beanspruchten Luftraum über den Golanhöhen eingedrungen.

Mosche Jaalon berichtete im staatlichen Radio: „Eine russische Maschine war eine Meile weit in unseren Luftraum eingedrungen, aber alles konnte sofort geregelt werden und das Flugzeug drehte Richtung Syrien ab“. Er vermutete einen Navigationsfehler des Piloten, der entlang der Golanhöhen flog, denn dieser sei sofort nach Syrien abgedreht, nachdem er auf seinen Fehler hingewiesen worden sei. „Weil die russischen Flugzeuge nicht die Absicht haben, uns anzugreifen, wäre es falsch, automatisch zu reagieren und sie abzuschießen, wenn ein Irrtum passiert“, erklärte Jaalon weiter.

Mitte Oktober war ein „heißer Draht“ zwischen den Generalstäben in Moskau und Tel Aviv installiert worden, um über Einsätze der russischen und der israelischen Luftwaffe über Syrien vorab zu informieren. Somit sollen versehentliche Konfrontationen vermieden werden.

Seit zwei Monaten fliegt Russland Luftangriffe gegen Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Ilka Janssen

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