Bundesregierung will Steuererklärung erleichtern

Die Bundesregierung will am Mittwoch ein Maßnahmenpaket beschließen, um das Besteuerungsverfahren in Deutschland zu vereinfachen. Damit sollen dann Bürger und Finanzämter massiv entlastet werden. Weiter sollen die Bürger dadurch jederzeit und papierlos mit dem Finanzamt kommunizieren können. Die Finanzbeamten hingegen sollen sich durch die Reform auf kompliziertere Fälle konzentrieren können.

Vorgesehen ist, dass die Bürger dann bei einer elektronischen Steuererklärung dem Finanzamt in der Regel keine Belege mehr vorlegen müssen. Die Masse der unkomplizierten Steuererklärungen soll ab dem Jahr 2022 überwiegend maschinell erledigt werden. Nachweise zu Spenden oder Kapitalerträgen sollen von den Sachbearbeitern dann nur noch in Einzelfällen angefordert werden.

18 Monate hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit den Ländern über diese Reform verhandelt. Stimmen Bundestag und Bundesrat dem Maßnahmepaket zu, sollen die neuen Regeln bereits zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Komplett umgesetzt sein soll die Reform allerdings erst im Jahr 2022.

Ziel ist es, dass ein Steuerpflichtiger seine Daten im elektronischen Steuersystem „Elster“ beim Finanzamt abrufen, prüfen und in seine digitale Steuererklärung übernehmen kann. Daten Dritter wie des Arbeitgebers, der Krankenkasse oder über Kapitaleinkünfte sollen ebenfalls elektronisch eingefügt werden können.

Ist die Steuererklärung fertig, wird diese per Knopfdruck an das Finanzamt übermittelt und dort maschinell geprüft. Der Steuerbescheid kommt dann ebenfalls digital an den Steuerpflichtigen zurück.

Mit der Umsetzung dieser Reform werden zugleich dann auch die Abgabefristen für Steuerberater neu geregelt. Diese bekommen zwar zwei Monate mehr Zeit zur Bearbeitung der Erklärungen ihrer Mandanten, müssen voraussichtlich aber ein Verspätungsgeld zahlen, wenn sie die Frist versäumen.

Ilka Janssen

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