NSU-Prozess: Gericht stellt schriftlich Fragen

Beate Zschäpes Wunsch war es, Fragen vom Gericht schriftlich zu erhalten. Wahrscheinlich, um überhaupt Antworten zu erhalten, hat Richter Manfred Götzl sich darauf eingelassen und einen Fragenkatalog erstellt, der es in sich hat. Denn diese lange Liste mit Fragen kann Zschäpe kaum beantworten ohne sich oder Dritte zu belasten.

Am Verhandlungstag vom Dienstag hatte Götzl die teils persönlichen, teils ins Innere der Gruppe zielenden Fragen wie etwa Haben Sie Drogen konsumiert? Wie war Ihr Verhältnis zu Uwe Böhnhardt? Was wissen Sie über die Herkunft der Waffen in der Frühlingsstraße? Welche Informationen haben Sie zur Auswahl der beiden Polizeibeamten als Opfer in Heilbronn? Hatten Sie Kontakt zu Susann Eminger? gestellt.

Diese Vorgehensweise der schriftlichen Befragung und Beantwortung sei unüblich und Zschäpes Verteidiger Grasel erklärte dazu: „Ihr ist durchaus bewusst, dass diese Vorgehensweise nicht üblich ist, das ändert nichts an der grundsätzlichen Durchführbarkeit“. Zschäpe fürchte wegen der Umstände des Prozesses, dass eine direkte mündliche Erwiderung auf die Fragen des Gerichts nur zu Missverständnissen führe, so seine Begründung.

Richter Götzl hatte allen Verfahrensbeteiligten, den Opferanwälten ebenso wie auch dem psychiatrischen Sachverständigen, gestattet, ebenfalls Fragen an die Angeklagte zu verfassen. Ob Zschäpe diese allerdings beantworten wird, ist unklar.

Bereits schon am ersten Verhandlungstag nach der Weihnachtspause, dem 12. Januar 2016, könnten erste Antworten von Zschäpes Anwalt Mathias Grasel beantwortet sein, wenn sie es möchte.

Ilka Janssen

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