NSU-Prozess: Antworten von Zschäpe erwartet

Im sogenannten NSU-Prozess in München will die Hauptangeklagte Beate Zschäpe am heutigen Donnerstag einen ihrer Anwälte ihre Antworten auf Fragen des Gerichts verlesen lassen. Ihr Verteidiger Mathias Grasel hat angekündigt, dass dieses etwa eine Stunde dauern werde.

Nach dem Vorlesen ihrer Aussage im Dezember hatte sich die 41-Jährige geweigert, sofort auf Fragen des Gerichts und der übrigen Prozessbeteiligten zu antworten. Stattdessen wollte Zschäpe ihre Erwiderungen schriftlich vorbereiten und dann während der Verhandlung vortragen lassen. Daraufhin stellte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl der Angeklagten mehr als 50 Fragen, bei denen es um Einzelheiten Zschäpes Zusammenlebens mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, aber auch die Herkunft von Waffen und ihr Wissen über die Verbrechen des NSU geht.

Am Donnerstag ist bereits der 257. Verhandlungstag in diesem Mammutprozess. Erst im Dezember hatten Beate Zschäpe und der Mitangeklagte Ralf Wohlleben nach jahrelangem Schweigen erstmals ausgesagt. Beide hatten dabei allerdings bestritten, an der Serie der zehn Mordanschläge des NSU beteiligt gewesen zu sein.

Dagegen hatten die Aussagen der Mitangeklagten Carsten S. und Holger G. zur Aufklärung beigetragen. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und muss sich als mutmaßliche Mittäterin für alle Verbrechen der Terroristen verantworten.

Ilka Janssen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *