Unglücksursache vom Zugunglück in Bad Aibling weiter unklar

Auch zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Bad Aibling, bei dem zehn Männer im Alter von 24 bis 60 Jahren gestorben sind und 80 weitere Menschen verletzt wurden, ist die Unglücksursache noch immer ungeklärt.

Die beiden Nahverkehrszüge der privaten Bayerischen Oberlandbahn waren am Dienstagmorgen auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim bei hohem Tempo frontal zusammengestoßen. Die Unglücksstelle befindet sich in unwegsamem Gelände zwischen einem Hang und einem Fluss.

Es hält sich zwar hartnäckig das Gerücht, das menschliches Versagen die Ursache dieses schrecklichen Unglücks sei, jedoch bestreitet die Polizei offiziell einen dringenden Verdacht gegen den Fahrdienstleiter. Fakt ist bislang nur, dass das Sicherheitssystem nicht wirksam war. Polizeisprecher Jürgen Thalmeier äußerte dazu: „Wir wehren uns vehement gegen dieses Gerücht.“ Zwar könne ein Fehler oder Vergehen des Diensthabenden nicht ausgeschlossen werden, und der Fahrdienstleiter sei unmittelbar nach dem Zusammenstoß der Züge auch befragt worden. Daraus ergebe sich aber „noch kein dringender Tatverdacht“, betonte Thalmeier. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

Aufklärung erhoffen sich die Ermittler des Eisenbahn-Bundesamtes von den Blackboxes, mit denen der Fahrtverlauf rekonstruiert werden kann. Hier werden Informationen wie die gefahrene Wegstrecke, die Geschwindigkeit und die Geschwindigkeitsentwicklung aufgezeichnet. Jeweils eine Blackbox ist in dreiteiligen Meridian-Zügen ist installiert. Bei dem Unfall in Bad Aibling fuhr ein Zug mit sogenannter Doppeltraktion, zwei Züge wurden miteinander zu einem gekuppelt. Dementsprechend gibt es am Unfallort drei Blackboxes. Zwei wurden bereits geborgen. Allerdings kann die Auswertung einer solchen Blackbox Tage oder sogar Wochen dauern. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Leit- und Sicherungstechnik und die betrieblichen Abläufe, berichtete ein Sprecher der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB).

Inzwischen arbeite auch eine 50-köpfige Sonderkommission der Kriminalpolizei an dem Fall, berichtete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gebe es bislang keine Hinweise auf einen technischen Fehler oder Fehler bei der Signalbedienung durch einen der Lokführer.

Ilka Janssen

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