SWR-Sendung „Marktcheck“: „Deutsche Erdbeeren“ sind nicht immer deutsch

Erdbeeren, besonders Früchte aus Deutschland, sind sehr beliebt. Sie gelten als besonders frisch, aromatisch und seltener mit Pestiziden belastet als Produkte aus dem Ausland. Nun hat eine Stichprobe der SWR-Sendung „Marktcheck“ ergeben, dass vermeintlich regionale Früchte „höchstwahrscheinlich“ aus Südeuropa und Holland stammen.

Viele Kunden bevorzugen regional angebaute Früchte und zahlen dafür auch gern einen höheren Preis. Gerade zu Beginn der Saison ist der Preisunterschied zwischen deutschen und ausländischen Erdbeeren sehr groß. Das ist eine Versuchung für Händler, ausländische Ware als deutsche anzubieten.

Recherchen von „Marktcheck“ haben ergeben, dass zu Beginn der Saison in Deutschland fast ausschließlich die Sorte „Clery“ angeboten wird. Diese erkennt man an der spitzen Form und dem großen Blatt. Runde Früchte mit kleinem Blatt dagegen seien ein erster Hinweis auf Schummelei. Darüber hinaus liegen deutsche Erdbeeren in der Regel in Pappschachteln, während Früchte aus Südeuropa meist in Plastikbehältern angeboten werden.

Die Tester von „Marktcheck“ kauften auf Wochenmärkten in Karlsruhe und Mannheim als „deutsch“ deklarierte Erdbeeren, die ihnen verdächtig vorkamen, und schickten die Früchte ins Labor. In einem Fall stammten die Erdbeeren eindeutig aus Südeuropa. Die anderen Fälle waren zwar nicht ganz so eindeutig, allerdings ließ sich nachweisen, dass diese Erdbeeren im beheizten Gewächshaus angebaut wurden. Laut dem SWR stammen diese Früchte „höchstwahrscheinlich“ aus den Niederlanden.

Ilka Janssen

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