Briefwahlstimmen werden Wahl in Österreich entscheiden

In Österreich wird erst die Auszählung der Briefwahlstimmen ein Ergebnis bringen. Denn derzeit kommen sowohl Norbert Hofer von der FPÖ als auch Alexander van der Bellen, Ex-Chef der Grünen, auf jeweils 50 Prozent der Stimmen.

Bereits schon am frühen Sonntagabend gab es Anzeichen dafür, dass erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen feststehen könnte, wer als Präsident in die Hofburg einziehen darf. Auch, wenn Van der Bellen am Ende knapp gesiegt haben sollte, bleibt dieser Sieg mit Beigeschmack. Denn mindestens die Hälfte der Wähler hat offensichtlich das Vertrauen in das seit Jahrzehnten von den Großparteien SPÖ und ÖVP dominierte politische System verloren. Für den neuen österreichischen Bundeskanzler Christian Kern wird es deshalb eine schwere Aufgabe sein, das Vertrauen der Bevölkerung schrittweise zurück zu gewinnen.

FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache spricht – nicht zu Unrecht – von einem historischem Wahlerfolg seines Kandidaten. Das heißt aber noch lange nicht, dass die FPÖ in Österreich auch vor der Machtübernahme steht. Dieses kann vielmehr als ein hohes politisches Interesse der Bevölkerung gesehen werden. Zugleich kommt in diesem Voting auch die Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik – und zwar vor dem Kanzlerwechsel – eindeutig zum Ausdruck. Die Sorge um die Flüchtlingspolitik spielt dabei mit Sicherheit eine große Rolle. Außerdem wird von der EU auch ganz klar Handlungskompetenz eingefordert.

Ilka Janssen

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