Aus für Hamburg Freezers

Am späten Dienstagabend kurz vor halb zwölf gab Geschäftsführer Uwe Frommhold bekannt: „Wir werden keine Lizenz für die kommende Spielzeit beantragen. Es tut mir unendlich leid.“ Damit ist die Rettung der Hamburg Freezers gescheitert und der Verein aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist Geschichte.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte der Klubbesitzer Anschutz Entertainment Group (AEG) verkündet, keine Lizenz für die kommende Spielzeit in der DEL zu beantragen. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, keine Perspektive für den Klub aus der Hansestadt zu sehen. Die Amerikaner sind ebenfalls Eigner der Eisbären Berlin.

Daraufhin kämpfte Kapitän Christoph Schubert unermüdlich um eine Chance für die Hamburg Freezers. Bis Fristablauf um 0.00 Uhr hätten die Hamburger hätten ihren Lizenzantrag einreichen müssen. Gemeinsam mit Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste und anderen Mitstreitern hatte Schubert in einem unglaublichen Kraftakt seit Sonnabend rund 1,2 Mio Euro für die Rettung gesammelt. 503 000 Euro davon waren allein per Crowdfunding im Internet zusammen gekommen. Das ist absolut einmalig in Deutschland. Jedoch kam die insgesamt erforderliche Summe trotz allen Bemühens um Spenden nicht zusammen.

Spitzensportler wie Fußball-Weltmeister Thomas Müller oder auch Box-Weltmeister Wladimir Klitschko zeigten sich beeindruckt von der Hartnäckigkeit des Freezers-Kapitäns. Klitschko selbst hielt zudem ein flammendes Plädoyer für den Erhalt des Spitzen-Eishockeys in Hamburg. Die Freezers hatten im vergangenen Jahr einen beachtlichen Zuschauerschnitt von 9022 Fans pro Spiel.

Trotz des Bemühens von Schubert und den vielen Fans blieb die AEG bei ihrer Entscheidung und macht bei den Freezers den Deckel drauf. Am Ende entschied das Geld. Am heutigen Mittwoch sollen 18 Geschäftsstellen-Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten. Die 20 unter Vertrag stehenden Spieler sind ab sofort ablösefrei auf dem Markt.

Das Geld aus dem Crowdfunding soll entweder direkt zurück an die „Spender“ gehen oder für den Freezers-Nachwuchs verwendet werden.

Ilka Janssen

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