Schäuble dementiert geplante Abschaffung des Bargeld

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor dem Verein der Auslandspresse Befürchtungen vor einer Bargeldabschaffung in Deutschland als grundlos zurückgewiesen. Seine Aussage nach seien entsprechende Interpretationen „alles ziemlicher Unsinn“. Zugleich erklärte Schäuble, er halte die Abschaffung des 500-Euro-Scheins für sinnvoll. Es gebe jedoch keinen Grund, generell um das Bargeld zu fürchten.

Anlass für die Sorge ist der Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB), den 500-Euro-Schein allmählich aus dem Verkehr zu ziehen. Die noch in Umlauf befindlichen Fünfhunderter behalten jedoch ihren Wert und bleiben Zahlungsmittel. Ziel dieses Vorhabens sei es, Terrorfinanzierung und Geldwäsche besser zu bekämpfen, erläuterte die EZB. Aus diesem Grund wird zudem auch darüber diskutiert, Bargeldgeschäfte in Deutschland auf maximal 5000 Euro zu begrenzen.

„In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen“, so Schäuble weiter. Er kenne allerdings sehr viele, die wie er der Meinung seien, dass Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung erfolgreicher bekämpft werden müssten als bisher.

Seine Aussage nach gebe es nur eine „ganz kleine Zahl von Ländern“, die Banknoten mit einem höheren Wert als 500 Euro hätten. Zugleich räumte der Bundesfinanzminister ein, er habe auch zu denen gehört, die vor einigen Monaten vor den EZB-Plänen noch nie einen 500-Euro-Schein gesehen hätten.

Jedoch hatten sich einige Top-Ökonomen für eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. Rechtspopulisten hatten dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und behauptet, die EZB wolle den Menschen nach dem 500-Euro-Schein auch noch das restliche Bargeld wegnehmen. Diese Instrumentalisierung des Themas verbreitete sich rasch über die sozialen Netzwerke.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem vergangenen Jahr hate ergeben, dass die Menschen in Deutschland ihre Einkäufe auch in Zukunft in bar bezahlen können wollen.

Ilka Janssen

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