BKA-Chef nennt erschreckend hohe Zahl von getöteten Kindern in 2015

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach Angaben vom BKA 130 Kinder getötet. Das sind durchschnittlich fast drei pro Woche. Die meisten von ihnen waren dabei noch keine sechs Jahre alt, viele von ihnen sogar unter zwei Jahren. Tausende erlitten darüber hinaus sexuelle Gewalt.

Neben diesen getöteten Kindern kommen noch 52 Tötungsversuche hinzu, geht weiter aus der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern hervor. Mehrere schreckliche Fälle erschütterten 2015 die Öffentlichkeit.

In vielen Fällen seien die Täter den Opfern nahestehende Personen wie Väter, Onkel oder andere Angehörige gewesen, berichtete BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch in Berlin anlässlich des Internationalen Kindertages. 54 der Fälle waren vorsätzliche und 68 Fälle fährlässige Tötungen. Bei weiteren acht Delikten handelte es sich um Körperverletzungen mit Todesfolge. Bundesweit stieg besonders die Fallzahlen fahrlässiger Kindstötungen um 51 Prozent an.

Die Fälle körperlicher Misshandlungen von Kindern sanken zwar um sechs Prozent, dennoch wurden im vergangenen Jahr immer noch 3929 Kinder körperlich misshandelt. 13.929 Kinder erlitten sexuelle Gewalt. Das seien somit fast 270 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder pro Woche und 38 betroffene Kinder pro Tag, so der BKA-Präsident. Das seien allerdings nur die Fälle, die bekannt seien. „Wir müssen davon ausgehen, dass viele Taten unentdeckt bleiben“, erklärte Münch dazu.

Ilka Janssen

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