Bundespräsident Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit

Jetzt ist es offiziell! Joachom Gauck steht für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident nicht zur Verfügung. Dieses hat der 76-Jährige an diesem Montag in einer Erklärung im Schloss Bellevue bekannt gegeben. Bereits am Wochenende waren entsprechende Gerüchte aufgekommen.

„Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, so Gauck. Er werde sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellen: „Ich bin dankbar, dass es mir gut geht. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass die Lebensspanne zwischen dem 77. und dem 82. Lebensjahr eine andere ist als die, in der ich mich jetzt befinde“, so Gauck weiter. Für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren wolle er „nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann“.

Gauck sei zugleich „von Herzen dankbar“ für die zahlreichen Worte der Ermutigung, auch über den kommenden März hinaus weiter im Amt zu bleiben. Bis zum Ende seiner ersten Wahlperiode werde er sein Amt wie bisher „mit Respekt und auch mit Freude“ ausüben.

Der 76-Jährige betonte: „Unser Land hat engagierte Bürger, und es hat funktionierende Institutionen. Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem Deutschland daher kein Grund zur Sorge. Er ist vielmehr demokratische Normalität – auch in fordernden, auch in schwierigen Zeiten.“

Union, SPD und Grüne befürworteten eine zweite Amtszeit. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich ebenfalls für eine Wiederwahl Gaucks aus. Zuletzt waren auch 70 Prozent der Bundesbürger in einer Umfrage der Meinung, Gauck solle weitermachen.

Politiker verschiedener Parteien würdigten in ersten Reaktionen die Verdienste Gaucks. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig äußerte: „Joachim Gauck ist ein sehr guter und äußerst bürgernaher Bundespräsident, der in der Bevölkerung große Sympathie genießt. Ich persönlich finde es schade, dass er 2017 nicht noch einmal antritt, aber ich habe Verständnis und großen Respekt für seine Entscheidung.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner bedauerte den Abtritt Gaucks mit den Worten: „Eine zweite Amtszeit von Herrn Gauck wäre mein Wunsch gewesen. Es geht jetzt nicht nur um eine vertrauenswürdige Persönlichkeit, sondern in politisch bewegten Zeiten auch um ein angemessenes Verfahren. Die taktische Nennung von tausend Namen bringt da nichts.“

Und CSU-Chef Horst Seehofer dankte Gauck für dessen Arbeit. „Die CSU respektiert die Entscheidung des Bundespräsidenten und bedauert sie“, meinte Seehofer. „Gauck hat eine herausragende Arbeit für unser Land geleistet. Er hat den Menschen Orientierung gegeben und sie zusammengeführt.“

Die Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, tritt am 12. Februar 2017 zusammen.

Ilka Janssen

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