Wieder schwere Gewitter in einigen Bundesländern

In mehreren Bundesländern haben schwere Gewitter am Dienstagabend wieder zu Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen war ein Streifen von Baden-Württemberg bis nach Hamburg. Hier rief die Feuerwehr der Hansestadt den Ausnahmezustand aus.

Schwere Gewitter mit zentimetergroßen Hagelkörnern sowie eine Windhose im Osten der Stadt waren der Grund dafür. Die Windhose war zunächst gegen 18.30 Uhr über Bramfeld und Wandsbek gesichtet worden, danach auch in weiteren Stadtteilen im Nordosten. Die Feuerwehr rückte bis zum späten Abend zu mehr als 230 Einsätzen wegen Unwetterschäden aus.

„Es gibt unzählige abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller, mehr als 1000 Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz“, berichtete ein Feuerwehrsprecher. Mithilfe eines Helikopters der Bundespolizei verschaffe sich die Feuerwehr einen Überblick über die Lage, so der Sprecher weiter.

Über Stunden hinweg waren mehr als 1.000 Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk im Einsatz. Weil somit mehr als die Hälfte aller in Hamburg verfügbaren Feuerwehrkräfte im Einsatz war, galt vorübergehend der Ausnahmezustand in der Hansestadt. Das ganze Ausmaß der Schäden in Hamburg ist noch nicht abzusehen. Verletzte gibt es offenbar nicht.

Am frühen Abend stand die niedersächsische Kleinstadt Damme bei Vechta fast vollständig unter Wasser. Nach Angaben des Einsatzleiters der Freiwilligen Feuerwehr seien innerhalb von 20 Minuten 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Drei Viertel des Stadtgebietes seien überflutet worden.

In Nordrhein-Westfalen waren vor allem das Ruhrgebiet und das Münsterland betroffen. Hier fielen in einigen Städten binnen einer Stunde 100 Liter Regen pro Quadratmeter. In Wuppertal schossen Fontänen aus den Kanälen, zahlreiche Autos standen im Knie hohen Wasser. Nahe Essen und Recklinghausen liefen Keller und Unterführungen voll.

Im saarländischen Eppelborn nördlich von Saarbrücken mussten mehrere Menschen aus ihren Autos gerettet werden. Diese waren nach starkem Regen vom Wasser eingeschlossen worden. In anderen saarländischen Gemeinden, wie Illingen, Wallerfangen und Sulzbach, wurden dagegen Straßen von Geröll überspült.

In Baden-Württemberg war besonders die Region um den Schwarzwald betroffen. Im Ortenaukreis und im Kreis Calw fielen innerhalb einer Stunde 30 bis 40 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Wetterdienste warnen weiterhin vor extrem starken Gewittern, Starkregen und Hagel.

Ilka Janssen

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