Firmengründer von Lovoo festgenommen

Bei einer Razzia am Mittwoch sind die Firmengründer des deutschen Flirt-Portals Lovoo von der Polizei festgenommen worden. Auch die Wohnungen der Geschäftsführer sind dabei, neben dem Firmensitz in Dresden, von den Fahndern durchsucht worden.

De Razzia soll im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen aus 2015 stehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Computer-Magazin „c’t“ Hinweise darauf erhalten, dass Lovoo seine Kunden mit gefälschten Profilen systematisch das Geld aus der Tasche gezogen hat.

Demnach soll Lovoo mithilfe einer Software massenhaft Fake-Profile erstellt haben, die echte Kunden auf der Suche nach einem Flirt positiv bewerteten. Besaßen die männliche Empfänger solcher Komplimente allerdings keinen kostenpflichtige VIP-Account, konnten sie von den weiblichen Absendern jedoch nur verschleierte Profilbilder sehen. Für das Sichtbar-werden der Damen mussten jeweils Credits im Wert von bis zu 26 Cent gezahlt werden. Für den Empfang von Chat-Nachrichten konnten zudem noch weitere Kosten entstehen.

Damals wurden die Vorwürfe von Lovoo abgestritten. Der Anwalt des Unternehmens wies darauf hin, dass die entsprechenden Hinweise auch gefälscht sein könnten. Die „c’t“ fand aber bei einem eigenen Test heraus, dass kurz nach der Kontaktaufnahme mit Lovoo zahlreiche Profile verschwanden.

Lovoo ist eines der größten Flirt-Portale in Deutschland. Nach eigenen Angaben hat das soziale Netzwerk weltweit mehr als 50 Millionen Mitglieder.

Ilka Janssen

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