Sportartikel-Hersteller hoffen aus gutes EM-Geschäft

Der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich fiebern nicht nur alle Fans entgegen, auch die Sportartikel-Hersteller sehen dem sportlichen Großereignis erwartungsvoll entgegen. Sie erhoffen sich dabei die Gunst der Konsumenten und damit auch satte Gewinne, vor allem, weil die Marketing-Ausgaben hoch sind.

Die EM ist eine riesige Werbeplattform für Nike, Adidas und Puma sowie einige andere. Ganz gleich, ob auf Trikots, Schuhen, Plakaten, in TV-Clips oder in den Sozialen Netzwerken, der Konsument kommt an diesen Markenherstellern nicht vorbei.

Fondsmanager und Branchenkenner Thomas Jökel von der Union Investment erklärt: „So ein Großereignis wie die EM ist eine Plattform, auf der die Hersteller ihre Marken unglaublich gut präsentieren können. Die Branche weiß, dass ein ganzer Kontinent und mehr zuschaut.“ Und da es – zumindest in Europa – so schnell kein vergleichbares Großereignis mehr gibt, nutzen die Sportartikel-Hersteller diese Gelegenheit zu Genüge aus.

Weltmarktführer Nike und Rivale Adidas liefern sich speziell im Fußball-Geschäft ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Adidas, der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller hinter Nike, ist zudem nicht nur offizieller Sponsor der Euro 2016. Der Hersteller stattet auch die Schiedsrichter aus und stellt den Spielball. Darüber hinaus werden zehn Teams von Adidas eingekleidet – darunter auch Weltmeister Deutschland und Europameister Spanien.

Nike hat dagegen insgesamt sechs Nationalteams ausgestattet und Puma rüstet fünf Mannschaften aus. Bei den Schuhen sind die Fußball-Stars dagegen nicht an den Nationalmannschaftsausrüster gebunden. So kann man wieder die neuesten und auffälligsten Modelle bestaunen.

Seinen Fußballumsatz konnte Adidas etwa im Weltmeisterschaftsjahr 2014 um 20 Prozent auf 2,1 Milliarden steigern. Eine Europa- oder Weltmeisterschaft schlägt üblicherweise zum ersten Mal erst im vierten Quartal des Vorjahres zu Buche. Da werden meistens die neuen Trikots vorgestellt. Nach dem Willen der Sportartikel-Industrie sollen diese dann unter dem Weihnachtsbaum liegen.

Ganz so viel Auftrieb wie eine WM dürfte die EM aber nicht bringen. Zumal, weil etwa eine Rabattschlacht dazu geführt hat, dass das deutsche EM-Trikot bereits seit Wochen reduziert verkauft wird. Statt für 85 Euro bekommen Fans das beliebte Kleidungsstück inzwischen für weniger als 60 Euro.

Ilka Janssen

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