Milchbauern protestieren europaweit gegen sinkende Preise

Seit dem vergangenen Freitag (11.09.2009) protestieren europaweit mehrere tausend Milchbauern gegen sinkende Milchpreise und fordern zudem die Senkung der Produktion und die Verdoppelung der Erzeugervergütung. Momentan bekommen die Milchbauern rund 24 Cent pro Liter Milch.

Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsministerin der CSU, war damit aber gescheitert, als sie die EU zu weiteren Hilfen aufgefordert hatte. „Die Wut der Bauern ist groß, es wurde wieder alles abgeschmettert„, erklärte der Chef des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber. Deutschlands Milchbauern hatten schon im vergangenen Jahr auf die schlechten finanziellen Verhältnisse im Handel mit einem Lieferstopp aufmerksam gemacht. Daraufhin hatte das Düsseldorfer Oberlandesgericht den Aufruf zum Boykott verboten. BDM-Chef Schaber sagte trotzdem, dass heute Morgen „der Tankwagen zum letzten Mal Milch geholt“ hat.

Etwa 40 deutsche Milchbauern haben im schleswig-holsteinischen Horst die Eingänge des Aldi-Zentrallagers blockiert. Zudem machen sie mit Plakaten auf ihre Situation aufmerksam. Vor dem Bonner Agrarministerium verschütteten etwa 35 Landwirte rund 7.000 Liter Milch. Ein Autobahnknoten der A9 wurde bei Leoben in der Steiermark von rund 100 Bauern blockiert.

Die entsprechenden Verbände der Bauern haben auch in Belgien und Frankreich zum sofortigen Lieferstopp aufgerufen. Solidarität erhalten sie dabei aus Italien, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Belgien, Österreich und die Schweiz. Erst in einigen Tagen seien in den Märkten die Auswirkungen des Lieferprotestes spürbar, hieß es.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *