Auch nach Mauerfall soll DDR Briefe aus Westen überwacht haben

Nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) hat die DDR auch nach dem Mauerfall am 9. November 1989 die Post ihrer Bürger überwacht.

Das geht laut dem „Spiegel“ aus Unterlagen im Bundesarchiv in Koblenz hervor. Der Westdeutsche Geheimdienst meldete am 19. Januar 1990, dass die Postkontrolle des ostdeutschen Amtes für nationale Sicherheit, des Nachfolgers der Stasi, wieder „in alter Stärke“ arbeite.

Die Post werde in allen 14 Bezirken der DDR geöffnet, „jeder zweite Brief“ sogar in den Bezirken Rostock, Gera, Halle, Neubrandenburg, Frankfurt (Oder) und Karl-Marx-Stadt. Einzige Ausnahme sei Ost-Berlin, dort gebe es keine Kontrolle.

Dem aktuellen Forschungsstand widersprechen die Dokumente des BND. Im Januar 1990 hatte die DDR Regierung unter Hans Modrow (SED-PDS) erklärt, dass am Tag vor dem Mauerfall die Postüberwachung eingestellt worden sei. Diese Version halten Stasi-Experten wie Walter Süß für glaubhaft. Aus dem AfNS sind die Akten allerdings nur teilweise überliefert.

Sandra

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