Miep Gies im Alter von 100 Jahren verstorben

Am gestrigen Montag (11.01.2010) ist die damalige Helferin von der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordeten Jüdin Anne Frank, Miep Gies im Alter von 100 Jahren gestorben.

Nach der Verhaftung und Deportation Franks hatte Gies 1944 das weltbekannte Tagebuch genommen und nach dem Ende des 2. Weltkrieges veröffentlicht. Miep Gies wurde am 15. Februar 1909 in Wien geboren, damals unter dem Namen Hermine Santrouschitz. 1922 kam sie im Rahmen eines Hilfsprogramms für hungernde und notleidende Kinder nach Amsterdam. Dort erhielt sie den Spitznamen Miep. Ab 1933 war sie als Büroassistentin von Anne Franks Vater Otto tätig.

1942 bat die Familie ihres Arbeitgebers Gies, sie vor den Nazis zu verstecken. Die Wahl-Niederländerin antwortete damals ohne zu zögern mit den Worten: „Ja, natürlich!“. Wäre seinerzeit ans Licht gekommen, dass sie Familie Frank Unterschlupf gewährte, wäre sie vom NS-Regime getötet worden. Ein Jahr zuvor weigerte sie sich, einer NS-Organisation beizutreten und heiratete ihren niederländischen Freund Jan Gies, was sie vor der Deportation bewahrte.

Nach Beendigung des Kriegs wurde die Helferin mehrfach geehrt. So erhielt sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den niederländischen Ritterorden. Bis zuletzt lebte sie sehr zurückgezogen in ihrem Haus im niederländischen Friesland.

Anne Frank schrieb in ihrem Tagebuch über Miep Gies: „Miep schleppt sich ab wie ein Packesel. Fast jeden Tag treibt sie irgendwo Gemüse auf und bringt es in großen Einkaufstaschen auf dem Fahrrad mit. Sie ist es auch, die jeden Samstag fünf Bücher aus der Bibliothek bringt. Sehnsüchtig warten wir immer auf den Samstag, weil dann die Bücher kommen, wie kleine Kinder auf ein Geschenk.“

Frank

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