Erdbeben: Erste Berichte über Tote auf Haiti

Jetzt erst gibt es Berichte über Todesopfer nach dem schweren Erdbeben auf Haiti. Dem Nachrichtensender CNN sagten mehrere Augenzeugen, sie hätten viele zerstörte Häuser, Verletzte und Tote gesehen. Bis jetzt gibt es noch keine offiziellen Opferzahlen.

Raymond Joseph, der haitianische Botschafter in den USA, sagte dem US-Sender CNN, er befürchte „eine Katastrophe großen Ausmaßes“. In Haitis Hauptstadt Port-au-Prince, die sich nur wenige Kilometer vom Epizentrum entfernt befindet, sind die Kommunikationsnetze vollkommen zusammen gebrochen.

Am Abend waren die Deutsche Botschaft in Haiti und der Botschafter Jens-Peter Voss über die offiziellen Telefonnummern nicht zu erreichen. Ein Krankenhaus sowie der Präsidentenpalast sollen angeblich zum Teil eingestürzt sein. Der Tower auf dem Internationalen Flughafen soll stark beschädigt worden sein. Die Flüge um Haiti werden umgeleitet und die Hauptstadt liegt unter einer Staubwolke.

Die Interamerikanische Entwicklungsbank stellte unmittelbar 200000 US-Dollar als Soforthilfe zur Verfügung. Nach wenigen Minuten wurde eine Tsunami -Warnung für weite Teile der Karibik wieder aufgehoben. Lediglich eine zwölf Zentimeter hohe Welle wurde in der Dominikanischen Republik verzeichnet. Das Beben konnte ebenfalls in zahlreichen umliegenden Ländern gespürt werden, unter anderem in Kuba und auf Jamaica.

Nach bisherigen Informationen soll es dort keine Schäden gegeben haben. Das Beben ereignete sich um 16:53 Uhr Ortszeit am Dienstagnachmittag (22:53 Uhr deutscher Zeit) und hatte eine Stärke zwischen 7,0 und 7,3. Im Anschluß gab es mehrere starke Nachbeben. Umfangreiche Hilfe wurde von den USA angeboten. Außenministerin Hillary Clinton sagte, sie schließe die Menschen Haitis in ihre Gebete ein.

Da die Region rund um das Epizentrum mit rund zwei Millionen Menschen total überbevölkert ist, rechnen Experten mit hohen Opferzahlen und einer humanitären Katastrophe. Viele Einwohner von Port-au-Prince leben in Slums. In den letzten Jahren war Haiti immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht worden.

Der Hurrikan „Jeanne“ richtete 2004 erhebliche Schäden in der Gegend um die Stadt Gonaïves an. Rund 3000 Todesopfer gab es damals. Hundert Menschen starben im September 2008 durch den Tropensturm „Hanna“, der zudem tausende Menschen tiefer ins Elend stürzte. Durch den Wirbelsturm „Ike“ starben wenige Tage später 47 Menschen. Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphere. Knapp 80 Prozent der rund neun Millionen Einwohner Haitis müssen mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen.

Sandra

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